Eises Kälte und wilde Kreaturen

Rund um Wanaka, einer hippen Stadt am Rande eines riesigen Sees, wandern wir wieder viel und erklimmen Berge rund um den See, um die ihn umarmenden Berge und Gletscher aus verschiedenen Winkeln zu bewundern. Eine ganz besonders faszinierende Wanderung führt uns direkt unter einen gigantischen Gletscher zu dessen Fuße sich dutzende von überwältgenden Wasserfällen ergießen. Eine genussvolle Belohnung für jedes Bergsteigerauge und eine unterhaltende Beschäftigung, um auf die sehr weit gereisten Großeltern von Elsa zu warten.

17.000km haben sie nicht aufgehalten, ihre Enkeltochter und somit auch uns zu besuchen. Durch ständige Funklöcher war es abenteuerlich, sich zu verabreden, aber dann schließlich standen wir am verabredeten Campplatz und warteten auf die Ehrengäste. In den folgenden drei Tagen hatte Elsa stets Bewunderer und alle waren glücklich. Queenstown, den ursprünglichen Treffpunkt und Touristenmagnet, lassen wir schnell hinter uns. Hier kann man hunderte Dollar ausgeben beim sich in die Luft schießen, durch die Luft am Gummiseil oder Schirm nach unten Fallen lassen oder durch die Flüsse raften, surfen oder jetten. Der Phantasie und Adrenalinlust sind in dieser Stadt schier keine Grenzen gesetzt. Leider hat dies zur Folge, dass dieses beschauliche Plätzchen überrannt von allen ist, die Geld ausgeben und ihren Adrenalinspiegel pimpen wollen und von denjenigen, die davon träumen und einfach nur zuschauen. Stattdessen besichtigen wir zu fünft eine historische Goldgräberstadt und fahren danach zu weit abgelegenen Campplätzen über ruckelige Staubpisten, um die Urlauber das wahre Neuseeland schnuppern zu lassen.

Manchmal kommt es mir so vor, als wenn wir auf dieser Reise durch alle Länder dieser Welt reisen, so vielfältig ist die Landschaft. Auf dem Weg vom kalten, verschneiten Queenstown (ja richtig gelesen! Und ja, eigentlich soll hier gerade sowas wie Hochsommer sein!) in die Catlins sind wir an unwirklicher Wüstenkulisse vorbeigekommen, die stark an Westernfilme erinnert. Dort haben wir wieder solche Geistergoldgräberstädte besucht, die einst boomtenund teils mehrere tausend Einwohner hatten, heute aber oftmals nur noch von einer Hand voll Menschen bewohnt werden. Dann wechselte das trockene Klima von einem Meter auf den anderen zu fruchtbarem Obstanbauland, an deren Straßenrändern man nun endlich in Hülle und Fülle günstiges Obst erwerben konnte und so weit das Auge reichte, üppige Obstplantagen zu sehen waren. Wie durch eine magische Grenze fuhren wir dann in ein Ackerland,  auf dessen Hügeln sich nun Kühe tummelten und in den Catlins angekommen ist es weites gehend flach und tausende, ach was sag ich: Millionen von Schafen beflecken das grüne, raue Weideland direkt am Meer.

Regen, Sturm, Hagel und Sonne wechseln sich im Sekundentakt ab. Raue Naturgewalten, Erinnerungen an Irland und dem schönen Hiddensee kommen auf. Weite, Menschenlosigkeit, Schafe im Überfluss. Ja sogar einem Schafstau durften wir beiwohnen – als Ende des Staus von hunderten Schafen, die von A nach B pilgerten bzw. von Schäferhunden getrieben wurden.  Zum letzten malerischen Leuchtturm aus Holz zog es uns, obwohl dann am Ende die sich in den hohen Weidehügeln versteckenden massiven Fleischmassen von Seelöwen doch beeindruckender waren. Man stolpert förmlich über sie rüber, da man die Riesen im Gestrüpp erst sieht, wenn sie sich vor einem aufbäumen. Eins kann ich sagen – so ein Seelöwengebiss hat größere Hauer als man denkt. Das ist eine Anspielung auf eine weitere „Caro-Situation“: „Ich will nur nochmal schnell los“ sang ich fröhlich dahin und verschwand, als Mico hat schon das Mittagessen auf dem Herd hatte. Ich bin auf der Jagd nach dem perfekten Bild allá großer gähnender Seelöwe im Vordergrund und Küste mit Leuchtturm im Hintergrund. Als ich dann jedoch von Seelöwe hinter mir und Seelöwe vor mir am Strand umzingelt bin, fühle ich trotz Wind und Kälte meine Kleidung an mir kleben und weiß mal wieder kurz nicht was zu tun ist. Also pack ich mein altbewehrtes Muster aus und rede mir und den monströsen Tierchen gut zu und verharre der Dinge die da kommen. Dem einen Koloss wurde es nach einer Weile zu blöd und er öffnete mir den Weg. Zum Glück war das auch die Richtung in die ich eh musste. Mico kam mir dann besorgt entgegen, bemerkte dass ich statt angekündigten fünf Minuten nun schon über eine Stunde fern blieb, das Essen kalt ist und Elsa Hunger hat. Hach, was für ein tolles Abenteuer.

Vom immerwährenden Wind an der Küste sind die Baumkronen komplett zur Seite geneigt und tragen nur auf der windstilleren Seite Grün. Es würde mich nicht wundern, wenn Rosamunde Pilcher eines Tages ihren Haupthandlungsort von England hierher verlegt.

Ein spektakulärer Tag jagt den anderen. So gibt es am Morgen noch vor dem Frühstück am südlichsten Punkt der Südinsel, von wo es entweder  5140km zum Äquator oder  5403km zum Südpol geht, Orca-Wale zu sehen. Ein unglaublich seltener Anblick diese Geschöpfe. Vor uns an einer Klippe stehend schwimmen sie dahin: vier an der Zahl, eine kleine Familie mit zwei Jungen. Was will man mehr vom Tag? Zum Beispiel vor dem Mittagessen die noch selteneren Gelbaugen Pinguine sehen! Da diese sonst sehr scheu sind, sich gern von Menschen verschrecken lassen und es sowieso nur sehr wenige auf dieser Welt dieser Gattung gibt, ist es ein Wahnsinnsglück, diese gleich in vierfacher, süßer und neugieriger Ausstattung zu sehen. Bei so vielem Wildleben, ganz ohne Zoo, kommt einem der 170 Millionen Jahre versteinerte Wald schon fast nicht mehr erwähnenswert vor. Das sind die Catlins! Ich liebe die Catlins!

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Sandflies, Mosquitos, Chinesen und andere Plagen an der Westküste

Manchmal umgeben uns schwarze Wolken von Sandflies, die übrigens nicht nur wie der Name vermuten lassen würde bei Sand auftreten. Diese gemeinen kleinen, schwarzen Mistviecher sind zu langsam, um sich bei Bewegung auf die Haut nieder zu setzen. Aber wehe man kommt zum Stillstand, dann zögern sie keine Sekunde und bohren ihr Mundwerkzeug in die Haut um sich für kurze Zeit fest zu beißen und mit Blut zu laben und lassen einen zurück mit einem winzig roten Punkt, der noch tagelang später unaufhörlich juckt. Und wer denkt, diese beglücken uns nur wie unsere Mosquitofreunde  zur Dämmerzeit, der irrt. Kaum ein Ort wird nicht von der gemeinen, kleinen Plage aufgesucht und ist somit unser ständiger Begleiter. Womöglich wäre es in großen Städten vermeidbar, auf sie zu treffen. Doch da wir Menschenansammlungen  meist aus dem Weg gehen und es zweitens so etwas wie wirkliche Städte hier für die nächsten paar Hundert Kilometer nicht gibt, müssen wir uns wohl mit Juckreiz und dem Kratzen offener Wundstellen  abfinden.

Die Westküste ist wunderbar rau. Die gewaltigen, vor Grün strotzenden Bäume erinnern an Zeiten in denen es noch Dinosaurier gab.Die Zauberwälder wirken wie ein einziges Meisterwerk eines übefleißigen Teppichverlegers oder Cristó, der alle Bäume, Sträucher, Steine und Erdboden mit Moos verlegt beziwhungsweise verhüllt hat. Und  die wütende Tasmanische See ist schön und bereichert durch darin tollenden Seelöwen und vielen Hectordelphinen, aber doch für meinen Geschmack viel zu gewaltig, um darin zu baden.  Schließlich kann ich auf einen gefühlten Waschgang in der Waschmaschine mit Extraschleuderprogramm verzichten und ziehe die Handwäsche im eiskalten Fluss vor. So genoss ich es, über meinen Schweinehund zu springen und im saphirblauen Gletscherfluss bei  Hokitika zu schwimmen, der wie so oft, über eine malerische, lange Hängebrücke erreichbar ist.

Leider gibt es jedoch an der Westküste nicht wahnsinnig viele Möglichkeiten, vom ausgetretenen Pfad wegzukommen, nämlich der Haupt- und somit einzigen Straße. Dadurch stoßen wir mit allen anderen Touristen aller Art zusammen und damit meine ich so richtige „Touristen“. Die Touristenattraktionen, zu denen alle gemeinsam pilgern, sind zwar immer noch eine Reise wert aber haben nun riesige, überlaufende Parkplätze und passen sich dem starken Zulauf an. Dies bildet einen echten Kontrast zu unseren vorherigen Neuseelandreisen (meine vor 9 Jahren und Micos vor 10 und 13 Jahren)  und ist oft erschreckend, traurig und enttäuschend. Es gibt deutlich mehr Souvenirläden, Cafe´s und Tourenanbieter mit Preisen, die schon nichts mehr mit Inflation und Marktwirtschaft zu tun haben. Bisher ist es uns sehr gut gelungen auch viel Zeit in abgelegen Ecken zu verbringen und auch an der Westküste ist es hier und da möglich. Trotzdem ist es deutlich schwieriger und seltener. So fliegen zum Beispiel die Helikopter am Franz Josef Gletscher wie Sandflies im Minutentakt vorbei und man darf sich zum Sonnenaufgang an einem schönen See zum Fotografieren anstellen. Glaubt ihr nicht? Ist aber so!

Unglaublich ist auch der Rückgang der hiesigen Gletscherzungen. Noch vor nicht mal einem Jahrzehnt war ich im damals wunderschönen und vor allem großen Franz Josef Gletscher eiswandern und heutzutage ist er um viele hundert Meter geschrumpft und unerkenntlich durch Gerölllawinen gemacht. Noch zum Cook´s Zeiten vor 200 Jahren ragte der Gletscher bis ins Meer hinein, welches ihn so einzigartig macht. Wirklich tragisch zu sehen wie schnell sich Natur verändern kann. Der Tourismus boomt jedoch auch hier weiterhin und alle tun so, als ob dieser weiterhin genauso sehenswert wäre und Preise sind ums drei bis vierfache gestiegen.

Ähnlich verrückt ist der Hype um den bekannten, wertvollen Greenstone, Pakoura oder auch Jade genannt. Dieser grüne Stein ist eine Rarität an neuseeländischen Stränden und nicht wenige versuchen ihr Glück, einen dieser viel bedeutenden Steine zu finden. Was die wenigsten wissen ist, dass es kaum noch Greenstone in Neuseeland gibt und deshalb vieles von China und Kanada importiert wird, zu traditionell maorigeformten Symbolen geschnitzt wird und dann als lokale, sehr teure Besonderheit verkauft wird. Oder aber man erwirbt in einem der vielen Jadeläden ein nicht minder teures Schmuckstück, welches aussieht wie Jade, welches sich anfühlt wie Jade, jedoch keinerlei mit Jade zu tun hat, denn lediglich eine Art Plastik ist, die in Form gebracht wurde. Dieser Betrug, ja vielmehr  Verbrechen, wird hier hemmungslos betrieben ohne dass der gemeine Tourist bemerkt, dass sein 200 Euro Kettenanhänger nicht mehr wert ist als aus einem Kaugummiautomaten kommend. (Quelle ist übrigens ein wundervoller, netter Greenstoneschnitzer (echter GreenstoneJ), eine der wenigen die es hier noch gibt, der alles per Hand mit einfachsten Werkzeug macht und in Ross lokalisiert ist.)

Unsere Elsa hält uns nun auch immer mehr auf Trab.Ihr Gesicht sieht völlig ramponiert aus mit all den Bissen der Sandflies, Stichen der Mücken und Beulen vom „Weltentdecken“.  Innerhalb kürzester Zeit kann sie nun Krabbeln, Sitzen, Knien und zieht sich in den Stand. Nichts ist mehr sicher vor ihr. Gestern zum Beispiel mussten wir sehr lachen, denn sie wollte wie nun leider oft überhaupt nicht in den Schlaf finden. Ich glaube, es gibt einfach viel zu viel zu entdecken und lernen auf dieser Welt, als dass man die Zeit mit Schlafen verschwenden könnte. Deswegen also hat Elsa beschlossen wieder wach zu werden und wollte uns dies höchst persönlich mitteilen. Während wir vor dem Wohnmobil saßen und zu Abend aßen ging plötzlich der Fenstervorhang zur Seite und Elsa hat sich im Stand die Nase am Fliegengitter platt gedrückt um zu schauen, was wir da treiben. Ihre nun vier Zähne  gab sie bei der Gelegenheit auch gleich noch zum Besten und fand es genauso urkomisch wie wir. Die Position der kommenden oberen Zähne übrigens erinnern stark an Madonna und damit meine ich nicht die Heilige.  So viel Entwicklung benötigt natürlich ganz viel Zuwendung, Stillen und Verständnis für Momente in denen sie frustriert ist oder nicht schlafen will beziehungsweise alle 60 bis 90 Minuten zum Stillen nachts wach wird!! So sind wir hier zwar am anderen Ende der Welt, jedoch haben wir ganz genau die gleichen wunderbaren und anstrengenden Aufgaben zu bewältigen wie andere, glückliche Eltern.

Bergfest

Früh morgens krabbeln wir aus unserem Häuschen mit Rädern und kämpfen uns durch die schwarzen Wolken von Sandflies, um den sogenannten Mount Robert zu besteigen. Spiegelglatt zeigt sich von dort oben der „Lake Rotoiti“ . Elsa pennt den größten Teil der schönen und anstrengenden Wanderung und bekommt somit nicht so viel von Schweiß und kräftigen Winden auf dem Gipfel mit. Mico wundert zum hundertsten Mal über die Schönheit der wie mit dem Lineal gezogenen Baumgrenze auf den malerischen Bergen. Kennt ihr das – wenn euer Partner euch zum abermalsten Mal  die gleiche Geschichte erzählt? Bei Mico ist das definitiv die Faszination zur „Baumgrenze“, tja und bei mir ist es die Leidenschaft über knisterndes, buntes Laub und knirschenden Schnee zu laufen.

Im Nelson Lakes National Park wollten wir dann auch spontan für ein, zwei Wochen Hüttenwart in den Bergen werden, als wir eine Ausschreibung sahen. Doch leider hätten sie uns erst, wie wir enttäuschend erfuhren, 2015 ein Plätzchen anbieten können. Wie schade, ich wette die Elserin wäre der jüngste Hüttenwart Neuseelands gewesen. Und zudem mussten wir Micos Traum zum klarsten See dieser Welt zu wandern, nämlich dem „Blue Lake“, für die Rente verschieben, denn da wären wir eine Woche unterwegs und so lange, harte Wanderungen im Nirgendwo inmitten von hohen Bergen und Busch trauen wir uns grad nicht. Denn die Elserin will nicht täglich sieben Tage am Stück acht Stunden in der Trage sitzen. Verstehen kann ich sie.

Stattdessen haben wir uns in DER Urlaubsregion niedergelassen. Dem Abel Tasman National Park. Er verwöhnt uns mit warmen Temperaturen und der Abstinenz von Wolken am Himmel. In Deutschland wird mit den türkisblauen Buchten, in ihnen schwebend scheinende Kayaks und den umrahmenden saftig grünem Wald Werbung gemacht und ich muss sagen, es ist nicht übertrieben. Es ist so schön, dass es ehrlich gesagt schon ekelhaft ist und mein schlechtes Gewissen Euch gegenüber täglich wächst. In dieser Kulisse begaben wir uns nun auf einen der bekanntesten mehr Tages Wanderungen Neuseelands. Immer an der Küste entlang, von Bucht zu Bucht, das schillernde Meer im Blick, schleppte sich Mico, unser Packesel bergauf und bergab mit all der Campingausrüstung von aufblasbarer Isomatte, über Essen, bis Zelt und schnaufte eben wie ein Esel das so macht. Elsa und ich hörten uns bei gleißendem Sonnenschein, glitzerndem Meer, tirilierendem Vogelgesang und zirpenden Zikaden Micos Gejammer über seine sich maximierenden Hinternmuskeln an. Unsere Tochter war mehr als fasziniert vom Zelt und kullerte glucksend über die drei nebeneinander liegenden Isomatten. Unterm Strich also- voller Erfolg.

Einen anders artigen, aber nicht minder großen Erfolg hatten wir auf der verzweifelten Suche nach richtig deutschem, leckeren Brot, welches nicht nur braun eingefärbt  ist und sich wie ein alter Luftballon zusammen drücken lässt. In Takaka, Golden Bay, dem nördlichsten Zipfel der Südinsel, wurden wir schon magnetisch von der deutschen Bäckerei angezogen. Dem Bäcker hat man seine Herkunft nicht nur angesehen, sondern auch dank des starken deutschen Akzentes angehört. Er wusste wovon wir reden, als wir uns über die Sehnsucht nach „richtigem“ Brot beklagten und stillte diese sogleich mit dem besten Mehl-mit-Wasser-Körnern-und-Zauber-Gemisch, welches meine Kiemen seit drei Monaten passierte. Mit anderen Worten: Weihnachten, Geburtstag und Ostern vielen auf einen Tag.

In der Region hier ist schon wieder etliches zu entdecken, somit bleiben wir länger als gedacht. Aber ich glaube, so ging es uns fast überall auf dieser Reise. So erkundeten wir auf abenteuerliche Weise eine atemberaubende vertikale Höhle. Das“ Harwoods Hole“ oder auch Eingang nach „Mittelerde“, ist ein 357m tiefes Erdloch mit 70 Metern Durchmesser mitten im vom saftigen Moos überzogenen Feenzauberwald, der nicht ohne Grund auch als Kulisse für „Herr der Ringe“ und dem „Hobbit“ herhalten durfte. Zwar weisen zwei Kilometer entfernt drei riesige Warnschilder auf das gefährliche Monstrum hin, aber vor Ort scheint es niemand für nötig gehalten zu haben, Absperrungen oder Ähnliches der Art anzubringen. So hielt mich nichts auf, um die ersten 20 Meter Richtung Erdkern zu erforschen, während Mann und Kind in sicheren Gefilden warteten. Nur zu dumm, dass sich die Rückkehr nach oben deutlich schwieriger gestaltete und ich Schweiß und Pein in mir austeigen fühlte. Na klar gibt es bei diesem Abenteuer ein Happy End, sonst könnt ich ja jetzt nicht schreiben. Aber trotzdem komisch, dass ich immer wieder so komische Aktionen starte. Ich schiebe das einfach mal auf meinen Papa, von dem ich die Waghalsigkeit habe. Es bleibt zu hoffen, dass ich dieses Gen nicht weiter gegeben habe.

Um Micos Enttäuschung über das verpasste klarste Wasser zu entschädigen, sind wir zur Quelle des angeblich zweit klarsten Wassers dieser Welt gepilgert. Und ja, die Te Waikoropupu Quellen sind mehr als klar und mit 14.000 Litern pro Sekunde eine der größten Frischwasserquellen der Welt. Die Kiwis scheinen es mit ihren Superlativen echt zu haben.

Der Sommer ist da

Zu Weihnachten hat sich der Tongariro National Park von seiner weißen Seite gezeigt. Die schneebedeckten Vulkane versteckten sich hinter einer undurchdringbaren Nebelwand. Und so gab es eine Weihnachtswanderung der aussichtslosen und nassen Art. In Gore-Tex wanderten wir Weihnachtslieder singend durch den Regen und träumten davon gleich in ein warmes, sauberes Zimmer einzuchecken und uns im Blubbernden, heißen Jakuzzi aufzuwärmen. Aus Spaß wurde Ernst und so schenkten wir uns diesen Luxus und saßen kurze Zeit später zu dritt im wohligen, warmen Nass. Elsa ist dabei wieder vor Freude abgedreht, das hätte kein Weihnachtsmann oder Weihnachtsbaum toppen können. Abends hat uns mein Herr Gemahl noch den Weihnachtsschaus kredentzt. Wir genossen zartes Lamm, knackige grüne Bohnen an vom Ofen gebräunten Rosmarienkartoffeln. Welch ein Fest.

Am ersten Weihnachtsfeiertag drehten wir der schönen, nicht sichtbaren, immer noch verregneten Naturschönheit den Rücken zu, mit dem Versprechen auf dem Weg zurück noch einmal vorbei zu kommen, um die einmalig schöne „Tongariro Crossing“ zu machen (die ich schon vor 9 Jahren machen durfte) .

Über den „Forgotten World Highway“ sind wir dann vom Landesinneren Richtung Westen gefahren. Diese Straße wurde vor über 100 Jahren in das unzugängliche Land gebaut, um dieses für die Besiedlung zu erschließen. Leider waren sie mit ihren Besiedlungsmaßnahmen nicht sehr erfolgreich, und so führt nun eine kleine abenteuerliche Straße durch wunderschöne Landschaft durch einen fast menschenleeren Landstrich. Als wir gerade eine Geisterstadt erkundeten in der 1912 1200 Menschen lebten und heute nur noch ganze 5, haben uns zwei davon angesprochen und zu ihrem Familienweihnachtsessen eingeladen. So saßen wir wenige Minuten später mit einer Horde Fremden an einem reich mit Fleischbergen befüllten Tisch und wurden behandelt wie lang vermisste Angehörige. Unglaublich. Einfach nur unglaublich.

Das Pech mit dem Wetter verfolgt uns leider und so war es ebenfalls nicht möglich den wunderschön symmetrisch geformten Vulkan namens Mount Taranaki zu sehen. Wir haben ihm eine Chance gegeben, aber am nächsten Tag war noch der gleiche Regen und weiße Wand da und so zogen wir etwas enttäuscht weiter. Auf dem Weg weiter Richtung Süden gabs viele Berge, kurvige Straßen auf die wir uns wie immer rauf und runter quälten, jede Menge Schafe und Natur so weit das Auge reicht. Erwähnenswert ist noch unsere Silvesterparty am allersüdlichsten Zipfel der Nordinsel mit hunderten von  Seelöwen direkt vor einem Leuchtturm. Illegaler weise campten und „feierten“  wir entfernt von jeglicher Zivilisation und Geballer mit den faulen, stinkigen Gesellen bis zehn Uhr abends und beschlossen dann ohne schlechtem Gewissen und Reue einfach nur ins Bett zu gehen. Hier sollten wir die ersten sein, die den Sonnenaufgang des neuen Jahres bestaunen durften – und der hatte es wirklich in sich. Kurz nach zwölf Uhr mittags haben wir uns dann ein schönes neues Jahr gewünscht, also quasi als Ihr alle es auch gemacht habt. Same same – but different…

In Wellington, der schönen aber windigsten Stadt meiner Vorstellungskraft blieben wir noch fünf Tage bis die Fähre zur Südinsel übersetzte. Zu dritt habe wir Wellingtons Couchen gesurft und haben die Gespräche, das Backen, Kochen und Wandern mit den sehr netten Kiwis genossen. Für Elsa war es eine helle Freude, endlich mal mit anderen Leuten abzuhängen, als nur ihren schrulligen Eltern.

Der Regen wurde dort übrigens vom Wind in Geschwindigkeiten gepeitscht, die bei uns alarmierendste Sturmwarnungen ausgelöst hätten. Die Einheimischen Wellingtons jedoch fanden das alles völlig normal.

Tja, und dann hat uns die schaukelige Fährüberfahrt zur Südinsel unser Dachfenster gekostet. Der Wind auf dem Deck war einfach zu stark für unser schwaches Oberlicht und so haben wir – im Regen natürlich- des Abends nach einem Dach für unser Dach gesucht. Zum Glück mit Erfolg. Weniger erfolgreich war dann am nächsten Tag die Suche nach einem Ersatzteil. 300km Umweg, viele Werkstätten weiter und einer nicht unbeträchtlichen Menge Geldscheinen waren wir dann wieder trocken und geschützt und eines niegelnagelneuen schicken Fensters reicher. Das sind so die Sachen auf die man verzichten kann.

Obwohl wir ziemlich von unserer gedachten Route abgekommen sind, ließen wir uns nicht unterkriegen und sind einfach wieder zurück zum Ausgangspunkt gegondelt, was sich als sehr lohnend herausstellte. Nun endlich nach gefühltem Wochen langen Regen beschenkten uns die neuseeländischen „Hurtigruten“ namens Marlborough Sounds mit schönstem Sonnenschein, der bis zum heutigen Tage anhält. Eine Woche wanderten und cruisten wir von der einen schönen zur nächsten schöneren Bucht mit Wasser so blau wie Elsas Augen. 

Und zum Abschluss noch ein Witz: Was heißt „Sonnenuntergang“ auf finnisch?

Helsinki! —Das war übrigens Micos glorreicher Beitrag zum Blog. Ich bequatsche ihn ständig er solle mal schreiben, da er ja schließlich der talentierte unter uns ist, aber er lässt sich weiterhin bitten und sagt –Achtung! : „Dafür habe ich doch keine ZEIT.“

unweihnachtliche Weihnachtsgrüße

In Gedanken hat meine Mama bestimmt schon eine Vermisstenmeldung aufgegeben, da wir uns nun seit zwei Wochen nicht gemeldet haben. Nicht weil wir keine Lust hatten, sondern vielmehr, weil es weit und breit keine Möglichkeit gab. Nachdem wir in Gisborne eine neue Kupplung erworben hatten, sind wir tief ins Landesinnere zu einer 60m langen „Rock Slide“ gefahren. Ein kleiner Fluss hat hier über die Jahrmillionen eine steile Steinformation geschaffen, die so schön glatt ist, dass sie als Rutsche fungieren kann. Das haben wir uns natürlich zu Eigen gemacht. Zunächst haben wir uns ohne Hilfsmittel nicht getraut, aber dank Einheimischen, die nach einiger Zeit mit einem Boogybord ankamen, uns dieses zur Verfügung stellten inklusive Babysitten, war kein Halten mehr. Und ich dachte, so was Verrücktes macht man als Mutti nicht mehr. Mann, war das ein Heidenspaß. Mit dem Kopf voraus auf dem Bauch liegend, ging es mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit den Abhang runter, der durch das über die Steine fließende Wasser gut gepolstert war. Unten angekommen ging es in den großen natürlichen Pool wie auf einem Surfbrett weiter. Wir waren so voller Adrenalin, dass uns nur unsere weinende Tochter irgendwann zum Aufhören zwingen konnte.

Ein paar Kilometer weiter hat dieser zauberhafte Fluss kleine Pools mitten im Flusslauf geschaffen, die jeweils mit kleinen Wasserfällen geschmückt sind. Das Wasser sprudelt dann durch den Druck wieder nach oben und lässt einen natürlichen Whirlpool entstehen. Ein wahrer Genuss. Besonders schön ist, dass dies kein touristischer Ort und daher schwer zu finden ist und somit Einsamkeit den Nachmittag bereichert.

Geschlafen haben wir mit dem Getose eines bombastischen Wasserfalles, den wir ebenfalls ganz für uns hatten. Am nächsten Tag ging es weiter in die Abgeschiedenheit auf einer bezaubernden Strecke durchs Hobbitland, wie es im Buche steht. Die Schotterpiste führte zum wunderschönen See „Lake WaikareMOANA“. Klar mussten wir hier hin, wenn schon mal ein See nach unserer Tochter benannt ist, müssen wir ja klären, ob er diese Ehre verdient hat. Und ja, ein tolles Stückchen Erde erwartet uns. Wir campen am klaren See, der umgeben ist von bergigen, satt grünen, dichten Wäldern und genießen die im Lagerfeuer gebrutzelten Marshmallows.  Ein besonderes Highlight neben vielen kleineren Wanderungen war es, zum kleineren benachbarten See „Waikareiti“ zu wandern. Auf 900 m Höhe liegt der am höchsten beschwimmbare See Neuseelands und ist zudem auch der klarste des Landes. Ein Tagesmarsch durch dichten Wald führte uns dabei zu einer abgelegenen, einfachen Schutzhütte, in der wir zusammen mit einem Angler und einem bis auf die Zähne bewaffneten Jäger mehr oder weniger schliefen. Die schnarchenden Herren wechselten sich mit Elsa und der nächtlichen Kälte ab, mich wach zu halten. Ich zählte die Stunden, bis der Jäger im Morgengrauen loszog, um den ersten Hirsch des Tages zu erlegen und der Tag begann. Natürlich mussten wir in diesem traumhaften See ausgiebig baden und die Abgeschiedenheit intensiv aufsaugen, bevor es einen Tagesmarsch wieder zurück zum anderen Camp ging.

Die knochendurchrüttelnde Schotterpiste führte uns zwei Tage drauf zu einem Camp (sprich Wiese mit Lagerfeuerstellen und einem Plumpsklo) mit schönem Wasserfall, zu dessen Fuße man sich herrlich erfrischen konnte.  Da dieser Ort schon wieder unbeschreiblich schön und einsam war, blieben wir hier ein paar Nächte länger als gedacht. Die Ruhe wurde nur unterbrochen von semi-coolen pubertierenden Maoris, die mit ihren Autos ankamen und affenähnliche Balztänze aufführten. Herrje, waren wir in dem Alter genauso?

An einem Nachmittag saß eine Gruppe Maorifrauen an eben diesem schönen Fleckchen und ich weiß nicht wer von uns mehr zum anderen rüber starrte. In einem dieser Körper passten mindestens vier, sie stopften Chips in sich rein – bis hier hin alles mehr oder minder normal. Nicht normal fand ich, dass sie einem ca. 8 Monate alten Baby auch die ganze Zeit Chips in den Mund stopften und alle fröhlich vor sich hin rauchten, in mitten der Kinder-selbst die hoch schwangere unter ihnen. Das sind die Maori-Cindys-aus-Marzahns würd ich sagen. Im Kontrast dazu ich – die überpenible Mutti, die Ihrem Kind die ganze Zeit mit dem Sonnenschirm hinterher krabbelt, damit die blasse Haut nur keinen Sonnenstrahl abbekommt und wenn mein Baby nicht gerade vom vielen Spielzeug überwuchert spielt wird es dauergestillt. Irgendwie läuft da was falsch-in beiden Kulturen..

Unsere Tour führte uns dann allmählich wieder zur Touristenroute nach Rotorua zurück. Dass man in Rotorua ist merkt man am Gestank verfaulter Eier. Mein erster Gedanke war „ohhh Micoooo, musst Du schon wieder im Auto pupsen?“ und dann hab ich realisiert, dass er diesmal gar nicht Schuld ist. Unter uns brodelt es, wir sind umgeben von Vulkanen, Geysieren, kochendem Modder oder auch klarsten, heißen Seen. Natürlich will man hier den gemeinen Touri so richtig schön ausnehmen. Die unzähligen Parks, die die vulkanische Aktivität durch dampfen, blubbern und sprudeln verdeutlichen sowie Entspannung durch heiße Quellen  verkaufen sind teuer und verlockend. Genauso anziehend sind all die „Fun-Activities“ wie Wildwasserraften, Zorbing, Kayaken, Bungy ach und noch viel, viel mehr. Ein Vermögen kann man hier lassen. Wir dagegen entscheiden uns, all die natürlichen Wunder kostenlos zu betrachten. Dafür muss man zwar auf Entdeckertour gehen und zu verschiedenen Stellen fahren, aber es lohnt sich sehr. Wir haben diesen Ort hier schon vor zehn Jahren bewundert und trotz der vielen Touristen gefällt es uns wieder. So wird aus einem kleinen Abstecher doch wieder ein längerer Aufenthalt und wir versacken regelrecht an unserem wunderschönen Übernachtungsdomizil am Okareka See.

Ganz besonders sind die heißen Quellen, die man auch nach Umwegen und Suchen umsonst genießen kann. Zwar könnten die vielen Warnhinweise auf die meningitiserregenden Amöben abschrecken, aber so man den Kopf nicht unter Wasser hält, soll man wohl sicher sein. Nun, wir leben noch..

Nach zwei Tagen im schönen Taupo, welches vom größten See Neuseelands, einem Hammer-Wasserfall bei dem jede Sekunde 200.000 Liter den Bach runter gehen und brühend, heißen Quellen in denen wir uns entspannten, gesegnet ist, ziehen wir die „Desert-Road“ entlang Richtung Süden.Wir machen halt an einem unbekannten, geschütztem Waldgebiert namens Karewa, wo wir fleißig wandern und umrunden den Tongariro National Park. Majestätisch Sticht der Schneebedeckte mehrgipflige Berg Ngauruhoe, oder auch Mount Doom in „Herr der Ringe“ genannt aus dem wüstenähnlichen Gebüsch und etwas höher aus dem Regenwald empor. Gleich nebenan gesellt sich der wütende, dampfende, das letzte Mal 2012 ausgebrochene Vulkan dazu und bilden ein imposantes Postkartenmotiv. Wir nähern uns dieser Naturschönheit vom Süden und somit weniger touristischen Ende.

So langsam sind die Tage bis Weihnachten gezählt. Dass Lamm liegt im Kühlschrank. Die Weihnachtsliedtexte auf dem Laptop gespeichert. Dieses so anders artige Weihnachten kann also kommen. Meine Wenigkeit ist froh, wenn der ganze Spuck endlich vorbei ist, da ich viel zu sentimental bin und darunter leide so weit weg von Familie und Tradition zu sein. Für Mico dagegen wird es ein Tag wie jeder andere, da er von dem ganzen Spektakel nichts hält. Und ich nehme an, an unserer Elsa geht es dieses Jahr auch vorbei.

Doch ich hoffe Ihr habt alle ein wunderschönes, glückliches Weihnachtsfest mit Zeit zum Besinnen, Kuscheln, Plätzchen essen, Spazieren gehen und Erfreuen am Leben und Eurer Lieben.

Ein fröhliches Weihnachtsfest wünschen Eure off-the-beaten-trekker!

La Cucaracha! La Cucaracha! Ya no puede caminar…

Am Samstag haben wir uns aufgemacht in eine Region wo selbst die Neuseeländer nicht hinreisen, geschweige denn Touristen.  Quasi „off the beaten trek“ wollten wir auf einem „Highway“, der angeblich seit 40 Jahren nicht mehr als solcher fungiert und noch viel länger nicht instand gehalten wurde, benutzen. Bei der Touristeninformation, nach ausführlichem Kartenmaterial fragend, rief der nette Herr erst mal seinen Chef an, weil er sich unsicher war, ob das so eine gute Idee ist. Wir versicherten, schon ganz andere Straßen gefahren zu sein und er ließ uns ziehen. Der alte „Highway“, auch Motu-Road genannt,  ist nichts anderes als eine Schotterpiste, in einen Teil des sehr großen, wenig bekannten Te Urewa National Parks, die sich durch Tal, Berg auf und Berg ab windet, mit Platz für ein Auto, ohne Leitplanken oder ähnliche Vorsichtsmaßnahmen für Warmduscher. Gegenverkehr inklusive. Es hat riesen Spaß gemacht die 30Kilometer, für die wir 1,5h brauchten, zu bezwingen, bis wir zum ersten Etappenziel ankamen. Und sooo krass war es nun auch nichtJ Jedenfalls kommen wir an einer ebenen Stelle im Wald an einem klaren, ursprünglichen Fluss an, welches von der DOC als Basic-Camp ausgeschildert ist. Jedoch mehr als eine Feuerstelle wurde nichts weiter als traumhafte Natur bereitgestellt. Traumhaft finden das auch die Jäger, die wir sogleich sichten, als wir parken. Traumhaft war auch im gleichen Moment dabei einem toten Hirsch in die Augen blicken zu müssen, der gerade vom Quad runtergehievt wird.

Mico hat sich bisher regelmäßig mit den Fischern angefreundet. Schlau wie er ist, nicht ohne Hintergedanken. Und so kam er stets mit einem Stück fertig filetiertem Fisch zum Abendessen zurück. Denn weder er noch ich haben es drauf so ein Vieh zu töten und erst recht nicht, von all den glibberigen Eingeweiden und Zeugs zu befreien. Ja ja, ich weiss was ihr denkt  – „aber essen könnses..“  Nunja, jedenfalls blieb Mico recht lang weg und ich ging dann mal mit meiner Elserin auf dem Arm nach ihm schauen. Da sehe ich ihn, wie er mit den harten Kerlen plaudert, während diese nebenbei den Hirsch in alle Einzelteile zerlegen. Mit blutigen Händen wird Mico stolz das Beste vom armen Tier überreicht. So gibt es heute zum Abendessen Broccoli, Kartoffeln mit auf der Zunge schmelzenden Hirschfilet. Ein Traum, wenn man es schafft den Anblick des vor drei Stunden noch lebenden, wunderschönen, dann toten, auf Dich starrenden Tieres zu vergessen. Mir gelang es leider nicht.

 Was Mico wohl niemals gelingen wird, ist die darauf folgende Nacht zu vergessen. Während ich schon, wegen meinem schönsten Grund auf Erden, seit einer Stunde wach war, wacht Mico urplötzlich auf und schlägt wie ein Wilder um sich. Da ich mir mit Elsa das untere etwas breitere Bett teile, kann ich zunächst nur das laute Geknalle über der Fahrerkabine hören. Schnell eile ich zur Hilfe und sehe meinen Mann, in den der Teufel gefahren ist vor mir. Irgendwie bringt er es zu Stande mir klarhjmachen, dass ein Insekt in sein Ohr geflogen sein muss und Geräusche macht, die niemand ertragen kann. So versuche ich in der Not, um vier Uhr nachts mit einer Spritze, gefüllt mit Wasser, sein Ohr zu spülen; in der Hoffnung das nicht sichtbare Vieh so heraus zu bekommen. Der sonst so starke Mann vor mir ist tapfer, jedoch sieht man deutlichen Schmerz und Leid durch seinen Körper ziehen. Zwar gelingt es nicht das Ohr zu befreien, doch hört nach mehreren Spülvorgängen das unerträgliche Geräusch auf, Micos Kopf zu zerbersten.

So ein Glück, ich hab uns schon mitten in der Nacht diese Straße langfahren sehen.  Warum passiert so etwas eigentlich immer, wenn man entfernt der Zivilisation, seine Ruhe haben will und es noch dazu Sonntag ist? Jedenfalls sind wir am nächsten Morgen, nach einem wunderbaren, erfrischenden Bad im Fluss zurück nach Opotiki zurück gefahren, da Micos Gleichgewichtssinn und der Druck im Ohr ausbaufähig waren. Im „Gesundheitszentrum“-wohl so´ne Art Krankenhaus für Arme-, welches bestückt mit genau einer Krankenschwester war, wurde Antibiotikum ins Ohr geträufelt, jede Menge Papierkram ausgefüllt und auf den morgigen Tag vertröstet.

Nicht so das, was man sich wünscht, aber man macht halt das Beste draus. Also fahren wir auf der Straße, die die alte Motu-Road ersetzt hat 25 Kilometer, auf der wir 27 tote, von Autos zermalmte Opossums sehen, zu einer alten Hängebrücke aus Holz, von wo wir einen netten Trek durchs Tal entlang eines Flusses machen und campen wieder, welch Überraschung an einem weiteren Fluss, in dem wir – noch eine Überraschung- am Morgen baden.

Während ich dann also in der Bücherei versuche Mails zu beantworten und gleichzeitig Elsa zu bespaßen, hat Mico, wie ich im Nachhinein erfahre, auch Spaß. Er hat Spaß mit drei Frauen gleichzeitig, die um ihn herumwuseln und sein Ohr bestaunen. Denn ganz so einfach ist es dann doch nicht, das Stück Tier heraus zu zaubern. Eine halbe Stunde lang wird an ihm herum gewerkelt. Gespült, mit der Pinzette herumgepopelt, dann wieder gespült, bis die Ärztin Dr. Erdbeere unter Sicht erstaunt heraussprudelt,  was sie sieht. Ich frage mich ernsthaft, wie man das sagen kann, wenn es noch tief im Ohr steckt, aber empathisches Verhalten habe ich bei den Studierten nicht das erste Mal vermisst. Das Tier wird mit der Pinzette schließlich in drei Teilen herausgeholt; die Beine herausgespült. Und Tataaaaaaa!!! – Es ist eine große, dicke Kakerlake, die so tief ins Ohr hinein gekrabbelt ist, wie es nur ging!!!!

Noch heute hab ich Albträume und bedecke mir vor dem Einschlafen die Ohren mit meinen Haaren. Wenn ich daran denke, wie es Mico ergangen sein muss, kann ich ihm nur mein tiefstes Mitgefühl aussprechen…

So – bereit zum weiter lesen? Jetzt wird es wieder human.

Die nächsten zwei Tage verbringen wir hauptsächlich mit Auto fahren, denn es hat sich wahrlich eingeregnet . Der Osten neuseelands Nordeninsel wirkt sehr rau und irgendwie trostlos. Die Buchten sind naturbelassen – viele Steine, Treibholz, wilde Wellen. Maoris, die hier tatsächlich in der Mehrzahl leben und sich wahrhaftig vor ihren Gemeinschaftshallen den Maraes treffen und nicht wie in anderen Gebieten, nur für Touristen den Haka und Hula tanzen. Da es Maoriland ist, gibt es so gut wie keine Treks, denn das Land soll belassen werden, wie es ist. Es macht teilweise den Eindruck, als leben die Leute noch wie vor hundert Jahren. Einige Häuser sind ein besserer Bretterverschlag. Die Männer auf dem Feld bei glücklichen Kühen und Schafen, sehen noch aus wie richtig harte Männer und wenn sie die letzten acht Wochen eine Dusche und frische Klamotten bekommen haben, sieht man ihnen das nicht an. Die zwei Tankstellen auf dem Weg haben kein Benzin mehr. Man soll es kaum glauben, aber wir haben sogar an einen Reservekanister gedacht (das war die schlaue Idee meines Mannes –ist ja eigentlich selbsterklärend…)  So sind wir als Reisende hier eine Ausnahme. Alle Stunde kommt uns ein Auto entgegen. Sehr schön. Je näher man jedoch Richtung Gisborne, der weit und breit größten Stadt mit ganzen 30.000 Einwohnern kommt, desto mehr Autos kommen einem auf der einzigen Straße entgegen. Also so circa 5 pro StundeJ

Hier gönnen wir uns 10Kilometer vor „der großen Stadt“ unsere Mitgliedschaft des Autoclubs auszukosten und lassen uns abschleppen. Unser Auto hat schon seit mehreren Kilometern eigenartige Geräusche von sich gegeben und krepelt mit 20km/h die Berge hoch. Nun riecht es dazu aber noch sehr verdächtig nach verbranntem Gummi und so rufen wir, nach mehreren Anläufen, dank des durch und durch schlechtem Empfangs die Herren Autodoktoren an. Zum Glück ist die Telefonnummer gratis zu erreichen, denn wir haben natürlich kein Guthaben mehr auf unserer Prepaidkarte. Mit einem zwei Meter langem Abschleppseil, werden wir unter größter Konzentration Micos, der Angst hat hinten rauf zu fahren, zur Werkstatt chauffiert und hoffen morgen früh der erste Patient zu sein, dem geholfen wird.

Heute schlafen wir jedenfalls sicher eingeschlossen mitten in Gisborne, an der Hauptstraße, umgeben von vielen Autos, auf dem Hof der Werkstatt.

Gute Nacht und kommt alle heil durch den Sturm! 

 

Die Zeit vergeht wie im Flug

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere ausgelesenen Bücher zu tauschen, vorzugsweise mit Familien, die ebenfalls mit Kindern reisen als Aufhänger mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Denn so schön diese traute Dreisamkeit doch ist, zu schön wäre etwas Input von außen zu bekommen und mehr als nur belangloses Palabern von Hallo und Tschüß zu betreiben. Doch trotzdem es angeblich sehr üblich sein soll in Neuseeland mit Kind zu Reisen, treffen wir auf nur sehr wenige solcher Exemplare. Und wenn wir uns freuen eine Familie anzuquatschen, sind diese schon auf der Flucht, denn die bereisen beide Inseln in nur einem Monat und haben deswegen wenig Zeit zum Austausch und müssen zum nächsten Highlight weiter hetzen. Das holt uns stets auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn wir uns fragen wie viel wir verpassen, wenn wir in dem Tempo weiterreisen. Ja also der 19 jährige Abiturient, der sich neben Kiwipflücken, Rauschausschlafen und von Hostel zu Hostel ziehen mit einem Tourbus dann doch mal in einen National Park verirrt ist genauso sehr auf einer Wellenlänge mit uns, wie die reisegestressten Familien, die möglichst alles vom Land in kürzester Zeit sehen wollen. Nicht, dass wir uns nicht mehr verstehen und uns nichts zu sagen haben, aber ich bin sonst von so vielen Menschen umgeben und redete mir vor dem Mamasein täglich einen Wolf, sodass dieser Austausch nun definitiv fehlt und vermisst wird.
Genauso vermissen wir wie immer das gute deutsche Brot. Selbst wenn man das dunkelste, angeblich körnige Brot kauft, ist es doch nur ein eingefärbtes, wabbeliges Toastbrot. Auch das Fehlen von unseren Familien und Freunden wird uns nun so langsam sehr bewußt.
Gestern hatte ich Geburtstag und obwohl Mico mir den Tag versüßt hat mit einem Überraschungsreitausflug auf einer Ranch, selbstgepflügten wilden Blumen und sogar einem kalten Hund, den er mit Elsa auf dem Arm einhändig während ich reiten war gezaubert hat, fehlten doch noch die weiteren lieben Menschen, die das Leben lebenswert machen. Aber aproppo Geburtstag- meine Güte, ich habe ja normaler Weise keine Probleme mit meinem Alter, denn schon immer war ich stets die Jüngste und das wird wohl so bleiben mit so einem reifen Mann an meiner Seite;-) aber es war schon etwas gruselig als ich mich in dem kleinen Spiegel morgens betrachtete und feststellte, dass also so jemand aussieht, der 29Jahre alt ist. Es kam mir vor, als wenn mein Körper sich über Nacht dementsprechend angepasst hätte. Als wenn sich von heute auf morgen all die Veränderungen der letzten zehn Jahre sichtbar machen würden. All Falten um die Augen, Fettpolster und grauen Haare fielen mir auf und erschienen mir deutlich ausgeprägter. Aber wirklich, Probleme hab ich nicht mit dem Alter:-P

Momentan sind wir in Coromandel, weiterhin im Norden der Nordinsel (ihr seht wir kommen nicht aus den Puschen, aber wir genießen es) Coromandel ist eine Urlaubsgegend. Nicht so wie Mallorca oder so, aber es gibt Dörfer hier die normaler Weise 200Bewohner haben und zu Hochzeiten 20.000. Es ist nah an Auckland gelegen, also liegt es nahe hier den Urlaub zu verbringen. Zur zeit sind noch nicht so viele Touristen hier um sich traumhafte Strände, tropische Wälder und saftig, grüne, hügelige Wissen gesäumt mit Schafen anzuschauen. Besonders im nördlichsten Zipfel von Coromandel ist es zur Zeit noch ruhig. 60km entfernt der nächsten Stadt, entlang der Küste so abenteuerkurvig, dass ich mir Mühe geben musste nicht das Gegessene auf dem Armaturenbrett zu hinterlassen, führt eine Piste nach Port Jackson, welches nichts weiter als ein weiterer Strand ist mit einem DOC-Camp( Department of Conservation). Keine Häuser, keine Shops, nichts. Hier haben wir drei Tage ganz in Ruhe verbracht. Gelesen, mit Elsa gespielt, Küstenwanderungen, Spaziergänge, Wäsche gewaschen – die Zeit ist verflogen im Nu. Dank der „DOC“ gibt es wunderschöne Camps wo man sowohl mit Zelt als auch mit dem Wohnwagen stehen kann an ganz besonders schönen Orten des Landes. Inmitten von National Parks, an Stränden etc. Diese Camps sind sehr sehr einfach gehalten, manchmal gibt es Wasser und Plumpsklos, manchmal aber auch einfach nur eine gepflegte Wiese. Durch unsere Mitgliedschaft im Motorhome-Verein haben wir so eine Art Flatrate für diese Camps und haben nur wenige Taler dafür gezahlt. Ein echtes Schnäppchen. Zwar stehen wir trotzdem noch häufig in der Pampa auf Freedom-Camp-Plätzen (sprich, da darf man für Umme stehen ) aber die Neuseeländer haben dies im Vergleich zu früher sehr minimiert. Dadurch dass gerade noch keine Ferienzeit hier ist, steht man auf diesen vielen wunderschönen Plätzen meist allein bzw. mit einem Campnachbarn 200m entfernt.
Heute zum Beispiel sind wir auf einem unglaublich weitläufigen Camp mitten im Wald an einem mit großen Steinen gesäumten Fluss und außer jede Menge Sandflies, die mich noch zum Wahnsinn treiben werden, ist hier nichts los. Diese Sandflies sind so klein wie Fruchtfliegen, beißen einen aber biestig und lassen die errötete Stelle noch viele Tage lang ohne Erbarmen jucken, dass man die Wände hochgehen könnte. Also kann man sich entweder mit nasenkrebserregenden Substanzen einreiben und hat keine Freunde mehr oder aber man hält das Jucken aus. Ich für meinen Teil mach die Harte Nummer Elsa zu Liebe und kratz lieber bis der Arzt kommt.
Die letzten Wochen haben wir hauptsächlich in solchen National Parks verbracht und sind fleißig berggewandert, getrekt, gewandert, gehiked oder wie man das auch immer nennen will. Fazit ist, dass ich euch gar nicht langweilen möchte mit all den Namen der Park und Treks, es aber sehr erfüllend ist die Tage so zu verbringen. Elsa ist dabei sehr entspannt, schaut sich alles interessiert an und schläft wenn sie genug hat in der Trage. Zwar ist sie regelmäßig klitsch nass geschwitzt von uns, doch noch nicht einmal dabei beschwert sie sich.
Mittlerweile dreht sie sich freudig umher , krabbelt Zentimeterweise rückwärts und wird nun für die nächsten mindestens 70 Jahre kein zahnloses Lächeln mehr haben. Denn zwei kleine Kartenlocherzähne schmücken ihr freudiges Lachen und lassen sie zum Schießen aussehen. All die Klamotten, die ich für die nächsten Monate mitgenommen habe, werden jetzt schon viel zu klein und auf dem Arm halten wird zur körperlichen Höchstarbeit. Zum Glück haben wir die Trage, bei der sich ihr Gewicht noch gut ertragen lässt.
Gerade ist sie mit Mico losgezogen, denn die beiden gönnen sich nun immer mehr Zeit zu zweit. Er wandert grade mit ihr, während ich mich um notwendige Dinge kümmere – wie zum Beispiel den Blog auffrischen, was schon seit Wochen wartet. Vor ein paar Tagen habe ich sogar einen ganzen Tag ein Meditationsretreat gemacht und die beiden haben sich ´nen bunten gemacht. Dank Elsas Enthusiasmus Milch aus dem Trinklernbecher zu schlürfen, musste Mico sie nicht stillen. Jedoch war er sichtlich erschöpft, als ich nachmittags zurück kam und er zu nichts anderes gekommen ist, als non-Stop Elsa zu bespaßen. Ein kleines Lächeln huschte mir über die Lippen, weil es gar nicht so schlecht ist, wenn Mann diese Tagesaufgabe mal nachvollziehen kann.
Einige lieben Leute haben mich angeschrieben und Fragen gestellt zum Reisen mit Kind, da sie Ähnliches vorhaben. Deswegen werde ich versuchen die gestellten Fragen im Folgenden zu beantworten. Für all diejenigen, die so etwas nicht vorhaben wird es jetzt bestimmt sehr langweilig, deswegen bitte einfach überspringen!
1. Wie war der Flug mit kleinem Kind? -Man bekommt, wenn man es bestellt (kostet nichts extra) ein kleines Bettchen, wo Kinder bis ca. 10Kilo schlafen können. Je jünger das Kind desto problemloser, denn wenn es erst durch die Gänge toben will und der eigene Wille sich stärker bemerkbar macht, wird’s bunt. In unserem Falle war es so, dass Elsa wenig geschlafen hat, aber trotzdem entspannt war. Das Starten und Landen kann man mit Stillen oder Flasche füttern bzw Snacks füttern gut überbrücken, wenn es Probleme beim Druckausgleich gibt. Bei Elsa hat sich das jedoch gar nicht bemerkbar gemacht. Wir haben auf der Hälfte der Strecke einen Aufenthalt in einem Hotel am Flughafen gebucht, um dort 17 Stunden zu erholen und fanden dies für uns deutlich besser als in einem Ritt durchzureisen. Dazu kam noch, dass diese Flugvariante am günstigsten war. Für uns drei haben die Flüge 3000€ bei China Airlines gekostet.
2. Was ist beim Reisen mit Kind anders? -Nun, sicherlich kommt es auf alle Beteiligten an und auf die Art und Weise wie man es vorher gewohnt war und welche Ansprüche man hat. Wir wußten früher nie wo wir am Abend schlafen werden und haben nichts voraus geplant. So ist das heute immer noch. Es ist sogar von Vorteil, denn mit Kind kannst Du eh so gar nichts planen. Wenn wir dann etwas Vorhaben versuchen wir zu eruieren wann und wie es am angenehmsten für Elsa und uns ist. Manchmal muss sich Elsa auch nach uns richten, jedoch versuchen wir es so gut es geht für sie passend zu machen. Das geht jedoch nicht immer. Denn wenn wir sechs Stunden wandern und sie nach vier Stunden mal keine Lust mehr hat müssen wir trotzdem weiter. Dann werden aber einfach mehr Pausen eingelegt und wir singen was das Zeug hält, sodass sie wieder Spaß daran hat. Ja, mehr Pausen macht man definitiv, aber trotzdem kann man sehr gut wandern. Einer trägt das Gepäck und der andere Elsa. Jedoch fühlen wir uns manchmal ein wenig abseits, dadurch dass wir abends nicht trinkend am Lagerfeuer sitzen oder Kayaken oder Bungyjumpen gehen. Jedoch ist man zu Hause genauso „eingeschränkt“. Wären wir zu zweit würden wir wahrscheinlich mehr im Auto sitzen und Strecke machen. Da Elsa das verständlicher Weise langweilig findet, versuchen wir ein gutes Maß zu finden und fahren nicht länger als 2-3 Stunden. ( da unser gutes Womo jedoch die Berge im zweiten Gang hochkraucht und generell wirklich so gar nicht aus dem Knick kommt, erreicht man wahrscheinlich mit einem schnelleren Gefährt entferntere Ziele) Zusammenfassend könnte man sagen, dass man bewusster reist. Man sieht für sein Kind die kleinsten Dinge, um es ihr zu zeigen und die Welt dreht sich einfach langsamer. So kommt man nicht in die Verlegenheit zu hetzen. Und noch was: ständig bleiben Leute bei einem stehen, um festzustellen wie süß das eigene Kind ist

3. Was für Kosten kommen auf einen zu? – Wenn das Kind unter 5Jahren ist laufen sie hier eigentlich nur mit. Jedoch hat man trotzdem höhere Kosten im Vergleich zum Reisen ohne Kind, da man nicht trampt oder einfach nur einen Bus nimmt. Wir finden mit einem gemieteten oder gekauften fahrbaren Untersatz voran zu kommen am entspanntesten. Ob man dann nun in einem Zelt oder dem Auto/ Wohnwagen schläft ist dann nur noch eine Frage des Komforts. Wenn man länger als 2-3 Monate hier reisen möchte, empfehle ich zu kaufen/verkaufen. Das Mieten kostet je nach Größe des Campervans /Wohnwobils ab ca. 1500-2000€ mtl. Wobei die Spanne nach oben enorm ist. Einen Campervan (Matraze im Auto) bekommt man ab 3000-5000NZ$ und ein Wohnmobil ab ca. 15000NZ$. Benzin ist leider nicht günstiger als in D-Land und das Essen im Supermarkt ist mindestens doppelt so teuer. Sparen kann man, wenn man nicht auswärts ist und keine Touren/ organisierten Aktionen macht. In der Natur zu leben (dazu zählt keine Dusche, Baden im Fluss und Wäsche waschen per Hand) und Selbstgekochtes zu essen macht uns großen Spaß und spart Geld. Vor zehn Jahren, als wir das letzte Mal hier waren, war alles halb so teuer als in D-Land, deswegen sind wir regelrecht erschrocken vor den Preisen. Das war uns alles nicht bewusst, aber wenn man einige einheimische Tricks beachtet kann man hier und da doch ein wenig Pfennigfuchsen. So lohnt es sich z.B. im ADAC zu sein, dann kann man hier im Autoclub (AA)Mitglied sein und bekommt eine Autoversicherung fast geschenkt. Genauso kann man für wenig Geld Mitglied des WohnmobilClubs (NZMCA) werden und bei der Fährüberfahrt 60% sparen und einen DOC-Pass erwerben und somit für weniger als ´n Appel und ´n Ei auf den Camps übernachten. Weitere Sparmöglichkeiten gibt’s beim Tanken und Einkaufen durch Coupons und so einer Art Payback-Card. Bei genaueren Fragen antworte ich gern mit persönlicher Mail.
4. Was ist besonders praktisch dabei zu haben fürs Kind? -Also wir haben viel zu viele Klamotten dabei gehabt. Ich dachte, wir müßten Elsa öfter umziehen und deswegen nicht nur für jedes Wetter, sondern auch das ganze in fünffacher Ausführung dabei haben. –Völliger Quatsch. 3 Bodies, drei Strampler (sehr praktisch, da diese den ganzen Körper bedecken wegen Sonnenschutz) , eine Mütze, einen Sonnenhut mit großer Krempe, ein Overall für kältere Temperaturen und gleichzeitig als dicken Schlafsack und ein Sonnenschutzoverall (gibt’s bei Jako-o mit 50SFP –vielen Dank an Carmen an dieser Stelle)und das war es schon fast an Klamotten. Elsa hat sich sehr darüber gefreut, dass wir ihr bekanntes Spielzeug von zu Hause mitgenommen haben ( Greifring, O-Ball, Mobile, Handpuppe, unkaputtbar-Pixi-Buch), aber genauso gut macht sich gefundenes Naturmaterial oder Alltägliches. Eine Trage oder Tragetuch ist selbstverständlich unverzichtbar. Nach ewiger Recherche und selber Ausprobieren bin ich nun völlig vom Ergo-Baby-Carrier überzeugt und kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich wirklich alles außer den BabyBjörn, der eh nicht zu empfehlen ist, getestet habe (Tragetuch elastisch und fest, Marsupi, Manduca, Bondolino, Ergo). Den Autositz haben wir aus D-Land mitgebracht, würde ich aber gut für den Flug verpacken ( unserer wurde beschädigt, wir haben jedoch Erstattung erhalten). Meine Reiseapotheke mit Kind ist nicht größer als ohne. Lediglich die homöopathische Reiseapotheke ist umfangreicher. Aber das liegt auch daran, dass wir nur in NZ sind. In Afrika oder Südamerika hätte ich vielleicht mehr dabei.
5. Was ist völlig unnötig mitzunehmen? -Das ist schwer zu beantworten, denn das, was ich unwichtig finde, kommt mir nur schwer in den Kopf. Auf jeden zu viel Kleidung, zu viel Spielzeug und das unpraktischste überhaupt: Kinderwagen/-buggy
Ich hoffe damit wurden weitest gehend all die Fragen abgedeckt, wenn nicht, dann schickt mir einfach nochmal direkt eine Mail mit Fragen.

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